Katzen vegetarisch ernähren? Das sagen Tierärzte

Katzen vegetarisch ernähren? Das sagen Tierärzte

Vegetarisch und vegan zu leben, ist im Trend. Aktuell ernähren sich in knapp acht Millionen Menschen vegetarisch und 1,58 Millionen strikt vegan. Es gibt viele Gründe, auf oder andere tierische Produkte zu verzichten, einer der am häufigsten genannten Gründe ist, das Leid der Tiere zu vermeiden. Oftmals genannt werden außerdem die Entlastung der Umwelt und die Förderung der . Aber gilt dies auch für Katzen?

Ein viel diskutiertes Thema

Alle Themen rund um die polarisieren und werden kontrovers diskutiert. Die einen wollen nicht auf Steak, Schnitzel und Wurst verzichten, den anderen wird schon schlecht, wenn sie nur an Fleisch denken. Menschen können entscheiden, was sie essen wollen und was nicht, müssen das fressen, was sie in ihrem Napf finden. Katzen vegetarisch ernähren oder sogar vegan zu versorgen, ist aber ein Trend, vor dem Tierärzte warnen. Vegetarier und Veganer sind häufig der Ansicht, dass es für die Tiere ist, wenn sie fleischlos ernährt werden. Leider ist dies ein Irrtum, eher ist das Gegenteil der Fall: Katzen vegetarisch ernähren kann die Stubentiger sogar krank machen.

Gefährliche Mangelerscheinungen

Katzen vegetarisch ernähren kann zu gefährlichen Mangelerscheinungen führen. Im Katzenfutter befinden sich verschiedene , die für das Tier lebenswichtig sind, beispielsweise Taurin, Arachidonsäure und Cobalamin. Wenn diese Inhaltsstoffe im Futter fehlen, kann es zu ernsten kommen und im schlimmsten Fall bis zum Tod führen. Erstaunlich ist, dass trotzdem vegetarisches und sogar veganes Futter speziell für Katzen angeboten wird. In dieser rein pflanzlichen Ernährung fehlen zwar die lebenswichtigen Nährstoffe, sie werden aber durch künstlich hergestellte Stoffe ersetzt. Viele Katzenhalter sind verunsichert und fragen sich, ob diese Ersatzstoffe wirklich ein adäquater Ersatz für das klassische Futter sein können.

Die Qualität schwankt

Experten sehen das Problem des vegetarischen und veganen Katzenfutters hauptsächlich in der Qualität, denn die schwankt von Hersteller zu Hersteller sehr stark. Dadurch kann nie richtig gewährleistet werden, ob die Katze auch ausreichend versorgt wird. Es gibt pflanzlich basiertes Futter, was ausreichend Taurin und ebenfalls Vitamin B12 enthält. Auf der anderen Seite gibt es Hersteller von Katzenfutter, die mehr auf künstliche Aromastoffe setzen. Es gibt bereits zahlreiche Studien zum Thema Katzen vegetarisch ernähren oder nicht, die derzeitige Lage rät aber eher davon ab.

Keine vegane Ernährung

Eine vegane Ernährung für Katzen lehnen Tierärzte jedoch generell ab, da sie keinesfalls den „ernährungsphysiologischen Grundbedürfnissen“ der kleinen Raubtiere entspricht. In den bislang nur wenigen klinischen Studien wurden bei den Tieren erhebliche Mängel festgestellt. Eine sogenannte ovo-lakto-vegetarische Ernährung für Katzen hingegen ist rein theoretisch möglich. Allerdings stellt sie sehr hohe Anforderungen an den Halter des Tieres.

Fazit

Bei einer vegetarischen Ernährung müssen essenzielle Bestandteile in der Nahrung enthalten sein. Dazu gehört unter anderem tierisches Eiweiß, was in ausreichenden Mengen vorhanden sein muss. Dies kann beispielsweise gelingen, wenn dem Futter synthetisch hergestelltes Taurin zugefügt wird. Wichtig ist es zudem, die gesundheitliche Verfassung in regelmäßigen Abständen von einem Tierarzt überprüfen zu lassen. Katzen sind von Natur aus Fleischfresser, was sich jeder Katzenhalter immer vor Augen halten sollte. Demzufolge muss auch das Futter stets angemessen sein, denn für die Stubentiger ist das ebenso wichtig wie eine verhaltensgerechte Unterbringung, Pflege und .

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Ulrike Dietz