Staus auf deutschen Autobahnen

Staus auf deutschen Autobahnen

Staus auf deutschen Autobahnen – ein Problem und viele Ursachen

830.000 km – das ist einmal die Entfernung zum Mond und wieder zurück, das sind 20 Erdumrundungen oder oder die Länge der Staus auf deutschen Autobahnen im Jahre 2013. Aber nicht nur die Länge der Staus ist enorm, auch die Kosten, die diese Staus Jahr für Jahr verursachen, ist gewaltig. Auf 100 Milliarden, Experten schätzen sogar auf 300 Milliarden beläuft sich die wirtschaftliche Verschwendung, die die vielen Staus mit sich bringen, so viel wie der Bundeshaushalt. Rund 60 Stunden steht jeder Deutsche jährlich im Stau und wer meint, dass sich diese Zahl nur auf den Ferienverkehr beschränkt, der irrt sich, denn die deutschen Autofahrer stehen jeden Tag auf irgendeiner Autobahn im Land immer in irgendeinem Stau.

Warum gibt es so viele Staus und warum bekommt es keiner in den Griff, die Autoschlangen kleiner werden zu lassen? Staus sind ein Problem, für das es viele Ursachen, aber kaum Lösungen gibt.

Ein Problem mit Geschichte

Als die deutschen Autobahnen in den 1920er und 1930er Jahren gebaut wurden, gab es kaum Autos, und den Nationalsozialisten ging es zudem weniger darum, eine Autobahn im eigentlichen Sinn zu erbauen. Sie wollten vielmehr schnurgerade Straßen, auf denen das Militär ungehindert in langen Kolonnen an die Front rollen und Flugzeuge starten und landen konnte. Nach dem Krieg kam die Autoindustrie in Schwung, es folgte das Wirtschaftswunder, immer mehr Deutschen konnten sich ein Auto leisten und die zweispurigen Autobahnen wurden immer voller.

Heute sind rund 1.600 km der deutschen Autobahnen chronisch überlastet, in zehn Jahren werden es über 2.000 km sein, denn der Verkehr nimmt weiter zu. Bis 2030 werden 13 % mehr PKW und 40 % mehr Lastkraftwagen über die Autobahnen in Deutschland rollen, und die Staus werden länger und länger.

Wie entsteht ein Stau?

Ein Stau entsteht meist aus dem Nichts. Pro Stunde und Spur fahren 1.500 bis 1.800 Autos über die Autobahn und damit ist die Kapazität dann auch erschöpft. In dieser Situation bremst immer einer der Autofahrer ab, vielleicht weil ein irgendetwas auf der Fahrbahn liegt, oder weil am Straßenrand eine Warnblinkanlage zu sehen ist. Der nachfolgende Fahrer muss stark bremsen, der nächste bremst noch stärker und schon ist er da – der Stau.

60 % bis 70 % aller Staus auf der A5, der A7, der A3 oder der A1 entstehen, weil die Autobahnen komplett überfüllt sind, für die restlichen 30 % bis 40 % sind Unfälle und die Baustellen verantwortlich, denn irgendwo kracht es immer und praktisch überall wird gebaut. Ganze 2 % der Staus lassen sich auf das Wetter zurückführen, denn es gibt viele Autofahrer, die meinen bei dichten Nebel, heftigem Regen oder glatten Fahrbahnen rasen zu müssen. Auf der anderen Seite gibt es aber auch die übervorsichtigen Fahrer, die schon bei leichtem Schneefall vom Gas gehen und so den gesamten Verkehr aufhalten.

Das Autobahnausbau – ein mühsames Geschäft

Um den Staus auf den deutschen Autobahnen Herr zu werden, müssen die Bahnen mit möglichst vielen Spuren ausgestattet werden, aber dieser Ausbau ist mehr als nur mühsam. Auf der einen Seite stehen die genervten Autofahrer, die einfach keine Lust mehr haben, im Stau zu stehen, auf der anderen Seite stehen die Anwohner und Umweltschützer, die den Ausbau aus unterschiedlichen Gründen verhindern wollen. Immer wieder kommt es zu Interessenkonflikten, die das Planungsverfahren zum Stillstand bringen und so mancher Autobahnplaner verbringt sein ganzes Berufsleben damit den Ausbau eines Abschnitts zu planen, um dann frustriert in Rente zu gehen, weil er es einfach nicht geschafft hat, ein Autobahnstück staufrei zu machen. Ein Beispiel, wie lange es dauern kann 100 km Autobahn zu bauen, ist die Strecke zwischen Fulda und Frankfurt, denn hier dauerte es 50 Jahre und die letzten Kilometer sind immer noch nicht fertig.

Bild: © Depositphotos.com / Paha_L

Über den Autor

Maik Justus wohnt mit seiner Familie in Bielefeld. Er beschäftigt sich überwiegend mit den Themen Gesundheit, Abnehmen, Fitness sowie Wellness. Sich selbst beschreibt er als sehr Ehrgeizig. Maik ist selbst überzeugter Gesundheitsfanatiker und Fitnessfreak. Maik ist Vater von 3 Kindern.