Wenn der Feelgood-Manager für gute Stimmung sorgt

Wenn der Feelgood-Manager für gute Stimmung sorgt

Alle, die schon mit einem Lachen aufstehen, die den ganzen Tag über fröhlich sind und den Tag mit einem Witz beenden, sollten darüber nachdenken, als Feelgood-Manager zu arbeiten. Ein Feelgood-Manager ist in Unternehmen und Firmen für die gute Laune zuständig. Er sorgt dafür, dass sich die Mitarbeiter wohlfühlen, und optimiert den Arbeitsalltag. Den Beruf des Feelgood-Managers gibt es noch nicht allzu lange, das Konzept, was dahinter steht, ist aber nicht neu.

Die Aufgaben eines Feelgood-Managers

Die Aufgabe eines Feelgood-Managers besteht darin, die Mitarbeiter noch zufriedener zu machen. Er ist für die Wohlfühlatmosphäre zuständig und soll den Kollegen dabei helfen, einen wirklich guten Tag zu haben. Der Feelgood-Manager organisiert Tischtennisturniere, er baut Sportgruppen innerhalb des Unternehmens auf, sorgt für schöne Geburtstagstische und lädt zu einem Bier nach Feierabend ein. Damit sich neue Mitarbeiter schnell in die Belegschaft integrieren, gibt es Kennenlern-Programme, für die ebenfalls der Feelgood-Manager zuständig ist. Das Ziel seiner Arbeit lautet: den Kollegen dabei zu helfen, die Firma am Abend als glücklicher Mensch zu verlassen.

Der menschliche Kummerkasten

Ein guter Feelgood-Manager ist jedoch nicht nur der Spaßmacher im Betrieb, er nimmt sich auch immer Zeit für die Sorgen der Kollegen. Empathie ist in seinem Berufsbild ein wichtiger Aspekt. Dazu muss der Manager der guten Laune kommunikativ sein, er muss organisieren können, in der Lage sein, wichtige Termine einzuhalten und natürlich eine positive Lebenseinstellung mitbringen. Besonders wichtig ist jedoch eine „Antenne“ für Sorgen und schlechte Stimmung. Der Beruf des Feelgood-Managers resultiert zum einen aus dem Fachkräftemangel und zum anderen aus der stetigen Zunahme psychischer Erkrankungen am Arbeitsplatz. Immer mehr Arbeitgeber haben Angst, dass sie nicht mehr lange am Markt sind, wenn sie die Wünsche ihrer Belegschaft nicht erfüllen. Das kann sich heute kaum noch ein Unternehmen leisten.

Mehr als Arbeits- und Gesundheitsschutz

Ein Unternehmen von heute, das ganz vorne dabei sein möchte, muss sich etwas einfallen lassen. Arbeits- und Gesundheitsschutz für die Mitarbeiter reichen einfach nicht mehr aus, um Fachkräfte anzuwerben und an sich zu binden. Es gilt, die Bedürfnisse der Mitarbeiter genau zu analysieren und für eine optimale Arbeitsumgebung zu sorgen. Dafür ist der Feelgood-Manager zuständig, er schafft die nötigen Kommunikationskanäle und sorgt für die passenden Arbeitsbedingungen. Allerdings sehen viele den Beruf des Feelgood-Managers sehr kritisch. Sie sehen in ihm eine Person, die ein Unternehmen einstellt, wenn die Vorstandsetage nicht in der Lage ist, die Mitarbeiter zu führen. Für andere ist der Versuch, mit einem Feelgood-Manager die Laune der Belegschaft zu verbessern, bestenfalls naiv, schlimmstenfalls völlig unrealistisch.

Fazit

Zu glauben, dass ein Mensch, der mit einer positiven Lebenshaltung ausgestattet ist, die Probleme eines Unternehmens lösen kann, ist schon ein wenig naiv. Vielfach ist die Einstellung eines Managers, der für permanent gute Laune sorgt, nur der Versuch, ein wenig Leichtigkeit in den Arbeitsalltag zu bringen. Pauschalieren lässt sich der Job des Feelgood-Managers aber nicht, da jedes Unternehmen etwas Anderes unter dem Aufgabenbereich dieses besonderen Managers versteht. Teilweise sind es sogar unrealistische Erwartungen, die ein Unternehmen an einen Feelgood-Manager stellt. Ein bisschen Spaß muss sein, auch am Arbeitsplatz, aber wer möchte schon pausenlos bespaßt werden?

Bild: @ depositphotos.com / Dmyrto_Z

Über den Autor

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.