Das Praktikum als Sprungbrett für die Karriere?

Das Praktikum als Sprungbrett für die Karriere?

Praktikum – dieses Wort hat in den letzten Jahren eine negative Bedeutung bekommen. Unternehmen vergeben Praktikumsplätze um Geld zu sparen, Praktikanten sind billige Arbeitskräfte und in einem Praktikum lernt man nichts, und einen „richtigen“ Job gibt es später auch nicht. Das sind die Dinge, mit denen das Praktikum gerne in Verbindung gebracht wird. Aber kann ein Praktikum nicht auch eine echte Chance sein? Kann ein Praktikum eine wichtige Sprosse auf der Karriereleiter sein?

Ist der Begriff der Generation Praktikum abgegriffen oder doch gerechtfertigt? Ein Praktikum hat viele Seiten, aber nicht alle davon sind schlecht, ein Praktikum kann durchaus auch eine echte Chance für den beruflichen Lebensweg sein.

Im Praktikum Erfahrungen sammeln

Nur sehr wenige, die die Schule oder die Universität verlassen, haben eine klare Vorstellung von dem, was sie aus beruflicher Sicht in ihrem Leben erreichen wollen. Vor allem nach dem Abitur steht bei vielen die Frage im Raum: Was will ich werden und wie stelle ich mir meine Zukunft vor? Ein Praktikum kann einen guten Einblick in einen Beruf bieten, im Rahmen eines Praktikums kann das eigene Fachwissen erweitert werden, und wer seinen Lebenslauf ein wenig aufpeppen will, der kann das mit einem Praktikum tun.

Wer sich für ein Praktikum interessiert, der sollte sich allerdings im Vorfeld über die Bedingungen informieren und sich darüber schlau machen, was in einem Praktikum bezahlt wird, wie die Arbeitszeiten aussehen und inwiefern ein Praktikum eine Chance für den beruflichen Werdegang bietet.

Eine interessante Studie

Bei einer Onlinestudie, die im März des vergangenen Jahres mit 1.000 Studenten und Absolventen in Österreich durchgeführt wurde, gab es aufschlussreiche Zahlen zum Thema Praktikum. So liegt das durchschnittliche Alter derjenigen, die ein Praktikum machen, bei 26 Jahren. 72 % aller Praktikanten sind Frauen und sie kommen in der Regel aus den großen Städten. Die Werbungsbranche und das PR Marketing haben mit 28 % die meisten Praktikanten, dann folgen die sozialen Dienste und die Gesundheit mit 16 % und für ein Praktikum im Bereich Touristik, Kultur, Sport und Freizeit interessierten sich laut Umfrage noch 8 % der Befragten.

Was wird in einem Praktikum bezahlt?

Was Praktikanten verdienen, ist immer vom jeweiligen Beruf und der Branche abhängig und immer sehr unterschiedlich. Durchschnittlich liegt das Gehalt für Praktikanten aber bei mageren 575,- Euro. Bei 25 % wird in einem Praktikum überhaupt nichts bezahlt und rund 47 % müssen sich mit weniger als 500,- Euro im Monat zufriedengeben. Auch wenn die Bezahlung zu wünschen übrig lässt, ist ein Praktikum für viele junge Menschen noch immer eine reizvolle Option. 88 % gaben an, dass sie einen Beruf kennenlernen wollen, 67 % wollen aber lediglich ihren Lebenslauf ein wenig optimieren und 62 % erwarten von einem Praktikum, dass sie ihr Fachwissen erweitern können. Die Bezahlung spielt nur eine sekundäre Rolle.

Nur selten ein gutes Sprungbrett

Rund 61 % der Praktikanten bekommt nach dem Praktikum ein aussagekräftiges Zeugnis, und hofft mit diesem Zeugnis einen guten Job zu bekommen. Leider sieht die Realität eher ernüchternd aus, denn nur ein Fünftel der Praktikanten bekommt auch wirklich einen festen Arbeitsplatz. Viele verlassen sich nach dem Praktikum nicht darauf, dass sie einen Job finden, sie machen sich deshalb einfach selbstständig oder arbeiten freiberuflich, zum Beispiel mit einem Start-up-Unternehmen. Zwar waren 75 % der an der Studie beteiligten Praktikanten der Ansicht, dass sie viel Fachwissen erworben haben, aber dieses Wissen hat sich bei der späteren Jobsuche leider nicht ausgezahlt.

Ein Praktikum kann eine gute Sache sein für alle, die noch nicht genau wissen, wohin sie beruflichen gehen wollen. Ein Praktikum sollte aber keine Dauerlösung sein, denn wer von einem zum nächsten Praktikum geht, der verliert wertvolle Zeit fürs eigentliche Berufsleben.

Bild: © Depositphotos.com / photography33

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Über den Autor

Maik Justus wohnt mit seiner Familie in Bielefeld. Er beschäftigt sich überwiegend mit den Themen Gesundheit, Abnehmen, Fitness sowie Wellness. Sich selbst beschreibt er als sehr Ehrgeizig. Maik ist selbst überzeugter Gesundheitsfanatiker und Fitnessfreak. Maik ist Vater von 3 Kindern.