Grasmilben – die kleinen Plagegeister des Sommers

Grasmilben – die kleinen Plagegeister des Sommers

Eine Sommerwiese ist ein Mikrokosmos, in dem jede Menge los ist. Neben kleinen Nagetieren wie Feldhamstern oder Mäusen tummeln sich auf einer bunten Sommerwiese vor allem viele Insekten, und eines dieser Insekten ist die Grasmilbe. Die Milben sind klein und unscheinbar, aber sie sind nicht zu unterschätzen, ein Biss kann für einen unangenehmen Juckreiz sorgen, der im schlimmsten Fall über Wochen anhalten kann. Wie kann man dem Biss der Grasmilben entgehen und welche Maßnahmen sollten unternommen werden, wenn die Milbe zugebissen hat?

Der Klimawandel ist schuld

Grasmilben gehören zur Familie der Spinnentiere, sie werden so groß wie ein Stecknadelkopf und sie leben bevorzugt auf den Spitzen von Grashalmen. Zwar hat es in Deutschland schon immer Grasmilben gegeben, aber der Klimawandel hat dafür gesorgt, dass die Population deutlich angestiegen ist. Wer barfuß oder nur mit Sandalen an den Füßen durch hohes Gras geht, der muss damit rechnen, dass die kleinen Parasiten ungeniert die Beine nach oben wandern, um eine geeignete Stelle zu finden, wo sie zubeißen können.

Grasmilben mögen es feucht und warm

Die Weibchen der Grasmilbe leben am Boden der Wiese und legen auch dort ihre Eier. Im Sommer schlüpfen dann die Larven und gehen auf Wanderschaft. Sie suchen nach besonders eiweißreicher Nahrung und diese finden sie in warmen und feuchten Körperregionen wie der Leiste, der Achselhöhle, die Armbeuge oder den Kniekehlen. Der Hinweis darauf, dass eine Milbe zugebissen hat, ist ein kleiner roter Punkt auf der Haut. Diese Bissstelle schmerzt zwar nicht, aber innerhalb der nächsten 24 Stunden bilden sich Quaddeln, die einen starken Juckreiz auslösen. Grasmilben beißen mit ihren sichelförmigen Werkzeugen am Mund zu und wenn der Speichel der Spinnentiere in die Haut eindringt, dann weicht er den oberen Teil der Hautschicht auf. Nach dem Biss beginnen die Milben Zellsäfte, Lymphflüssigkeit und auch Blut zu saugen, bevor sie den Körper des Wirts wieder verlassen.

Wie werden die Bisse behandelt?

Die Bisse der Grasmilbe, auch Erntekrätze genannt, müssen zunächst desinfiziert werden, und wer kein passendes Desinfektionsmittel zur Hand hat, kann auch Alkohol verwenden. Sollte die Milbe noch auf der Haut sein, sollte sie wie eine Zecke, mit einer Pinzette vorsichtig entfernt werden. Um den Speichel und die Verdauungssäfte der Milben zu deaktivieren, sollte die Bissstelle mit einer Mischung aus Wasser und Zitronensaft oder Essig betupft werden. Gegen den Juckreiz helfen kühlende Gels oder Cremes, aber auch Antihistaminika oder Gerbstoffe. Nicht jeder Mensch reagiert gleich stark auf den Biss der Milbe, denn während die einen kaum etwas spüren, dauert der Juckreiz bei anderen oftmals wochenlang an. Sollten sich auf der Bisswunde Bläschen bilden, dann muss ein Arzt aufgesucht werden, denn dann kann es sich um eine Allergie handeln. Was man auf keinen Fall tun sollte, ist sich zu kratzen, denn damit wird der Speichel der Milbe nur auf der Haut verteilt.

Welche vorbeugenden Maßnahmen gibt es?

Alle, die gerne im Garten arbeiten oder viel in der freien Natur spazieren gehen, sollten sich vor ihren Aktivitäten mit Mückencreme einreiben oder ein Mückenspray auf die gefährdeten Hautstellen aufsprühen. Auch einreiben mit Eukalyptusöl ist hilfreich, denn diesen Geruch mögen die Grasmilben nicht. Geschlossene Schuhe und Socken sind ebenfalls zu empfehlen, um den Milben keine Angriffsflächen zu bieten. Nach dem Spaziergang oder der Arbeit im Garten ist es ratsam, die getragene Kleidung zu waschen und unter die Dusche zu gehen. Schuhe sollten vor der Haustür ausgezogen werden, denn dann können die Milben nicht ins Haus gelangen. Da sich Grasmilben besonders auf bemoosten Flächen sehr wohlfühlen, sollten diesen Flächen im Garten nach Möglichkeit vertikutiert werden. Übrigens, die Milben lassen sich am Körper und an der Kleidung gut ausmachen, denn sie haben eine hellorange Farbe.

Bild: © Depositphotos.com / digoarpi

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Über den Autor

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.