Wie definiert man Schönheit?

Wie definiert man Schönheit?

Eine kurze Geschichte über die ästhetische Wahrnehmung

„Schön ist nicht schön, gefallen macht schön“ oder „Schönheit liegt immer im Auge des Betrachters“ – es gibt viele Weisheiten rund um das Thema Schönheit. Bin ich schön? Jeder hat sich diese Frage wahrscheinlich schon einmal gestellt, die Wissenschaft hat eine unabhängige Antwort darauf. Menschen, die als schön wahrgenommen werden, wissen um ihre Schönheit. Sie wissen, dass sie einem klassischen Schönheitsideal entsprechen, auch wenn sie ihrer Schönheit vielleicht ein wenig nachgeholfen haben.

Gibt es ein Maß für Schönheit?

Ist es möglich, Schönheit zu messen und wenn ja, wie funktioniert das? Es gibt wissenschaftliche Untersuchungen, die festgestellt haben, was Menschen als schön wahrnehmen und was nicht. Schönheit zu messen, ist aber nicht möglich, es gibt zu viele unterschiedliche Faktoren, die eine Rolle spielen. Auch, dass jeder Mensch ein ganz eigenes Schönheitsempfinden hat, macht die Suche nach der wahren Schönheit nicht einfacher. Vielleicht ist Schönheit auch nur Geschmackssache, zumal jeder Schönheit an bestimmten Merkmalen festmacht. Aber wann empfinden wir jemanden als schön? Wenn die Proportionen eines Gesichts stimmen, dann macht das ein Gesicht schön. Je ähnlicher sich die beiden Gesichtshälften sind, umso symmetrischer und schöner wirkt ein Gesicht.

Spielt das Alter eine Rolle?

Zu behaupten, dass nur junge Menschen schön sind, ist überheblich und zeigt, dass Schönheit auch eine oberflächliche Wahrnehmung ist. Richtig ist, dass ein junges Aussehen Frische, Dynamik und ein positives Lebensgefühl ausstrahlt, was gerne mit Schönheit verwechselt wird. Schönheit ist aber keine Frage des Alters, denn selbst wenn die Haut nicht mehr so frisch ist, ein symmetrisches Gesicht ist immer ein harmonisches, schönes Bild. Ob ein Mensch schön ist, das zeigt sich schon in Kindertagen. Runde Augen, eine leicht gewölbte Stirn, eine kleine schmale Nase, ein ebenmäßiger Teint, elegant geschwungene, nicht zu volle Lippen und weiße Zähne sind ein Sinnbild der Schönheit. Dieses Aussehen strahlt Gesundheit und Sympathie aus, zwei Attribute, die mit Schönheit assoziiert werden.

Der berühmte Goldene Schnitt

Schönheit bedeutet auch Harmonie, denn ein Gesicht mit harmonischen Proportionen wirkt beruhigend und schön. Wichtige Merkmale für Schönheit bei Frauen sind hoch sitzende Wangenknochen, ein eher kleines Kinn und ein großer, aber nicht zu großer Abstand zwischen den Augen. Dieses regelmäßig wiederkehrende Verhältnis von ganz bestimmten Abmessungen in einem Gesicht ist der berühmte Goldene Schnitt. Er ist seit Jahrtausenden bekannt und bis heute ein wichtiger Anhaltspunkt, wenn es um vollkommene Schönheit geht. Euklid, der große griechische Mathematiker, der 300 vor Christus lebte, beschreibt als Erster den Goldenen Schnitt. Heute orientieren sich Schönheitschirurgen an diesem Schnitt für die perfekte Harmonie. Übrigens, Claudia Schiffers Gesicht ist nach der Lehre des Goldenen Schnitts perfekt.

Schönheit ist individuell

Das, was die einen als schön empfinden, sehen die anderen als eher banal oder geradezu hässlich an. Schönheit ist und bleibt ein subjektives Gefühl und ist immer individuell. Natürlich ist Schönheit auch Geschmackssache, denn ein schönes, ebenmäßiges Gesicht wirkt auf viele Menschen einfach nur langweilig. Es ist mehr die natürliche Schönheit, die sich nicht mit dem Goldenen Schnitt berechnen lässt, die die eigentliche Schönheit ausmacht. Manchmal sind es ein Lächeln oder ein Blick, die eine geheime Schönheit offenbaren und einen Menschen sympathisch machen. Ein bestimmtes Schönheitsmerkmal gibt es nicht, es ist die Summe vieler Faktoren, die Schönheit ausmachen und einen Menschen schön erscheinen lassen.

Fazit

Eine gute Figur, ein symmetrisches Gesicht, glänzendes volles Haar und ein umwerfendes Lächeln sind die Zutaten für einen schönen Menschen. Das alles sind jedoch nur Nebensächlichkeiten, denn wahre Schönheit, so schrieben schon die Dichter, kommt von innen. Was nützt ein schönes Aussehen, wenn der Mensch charakterliche Schwächen hat, die den Umgang mit ihm nicht angenehm machen? Vielleicht stimmt das alte Sprichwort ja doch: „Schön ist nicht schön, gefallen macht schön“.

Bild: @ depositphotos.com / BestPhotoStudio

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Über den Autor

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.