Vergiftungen – eine große Gefahr für Haustiere zu Weihnachten

Vergiftungen – eine große Gefahr für Haustiere zu Weihnachten

In Deutschland leben im Vergleich zu den europäischen Nachbarn, mit 8,9 % relativ wenige Hunde in privaten Haushalten. In Frankreich sind es 38 %, aber die geringe Zahl bedeutet nicht automatisch, dass die Deutschen keine Hunde mögen. 70 % der Bevölkerung mag Hunde und 99 % sind sogar der Meinung, dass Hunde eine sehr wichtige Rolle in der Gesellschaft spielen. Hunde sorgen für soziale Kontakte, sind Spielkameraden, können Trost spenden und für einsame Menschen treue Hausgenossen sein. Viele Menschen, die Hunde halten, übertreiben es jedoch mit der Liebe zum Vierbeiner ein wenig, was sich besonders häufig zu Weihnachten zeigt.

Wenn Tierliebe übertrieben wird

Auch wenn Hunde liebe Hausgenossen sind, manche Hundehalter übertreiben es ein wenig, wenn es um ihren Dackel, Pudel oder Schäferhund geht. Vor allem zu Weihnachten können viele dem bettelnden Blick ihres Hundes einfach nicht widerstehen und füttern ihren treuen Begleiter mit Weihnachtsspezialitäten wie Gänsebraten, Plätzchen und Lebkuchen. Sie denken dabei nicht darüber nach, dass diese Leckereien beim Hund schwere Vergiftungen auslösen und das Tier in Lebensgefahr bringen können. So können zum Beispiel Lebkuchen, die ihren einzigartigen Geschmack typischen Gewürzen wie Muskatnuss und Zimt verdanken, bei einem Hund Atembeschwerden, Zittern, Erbrechen, Durchfall sowie Krämpfe hervorrufen und sogar den Tod bedeuten. Mit Plätzchen sieht es nicht anders aus, denn auch die Zutaten wie Nüsse, Zucker und Schokolade sind für einen Hund extrem schädlich und sorgen für Vergiftungen.

Vergiftungen durch die Weihnachtsgans

In vielen deutschen Familien steht eine knusprig gebratene Gans mit Klößen und Rotkohl auf dem weihnachtlichen Speiseplan ganz weit oben. Auch der Hund kann sich für die köstlich duftende Gans erwärmen und er wird betteln, um ein Stück des Gänsebratens zu bekommen. Hundebesitzer sollten dem Betteln ihres Hundes auf gar keinen Fall nachgeben, denn sie bringen den Hund damit unter Umständen in Lebensgefahr. Die Reste des Geflügels an den Hund zu verfüttern, ist jedoch eine gefährliche Idee, denn die feinen Knochen der Gans können die Luftröhre blockieren. Das kann zum Ersticken führen, zudem verletzen die oftmals scharfkantigen Knochenstückchen den Darm, verursachen innere Blutungen und können auch zum Tod führen.

Gefahren drohen nicht nur durch Vergiftungen

Weihnachten ist für Hunde ein gefährliches Fest, nicht nur bei möglichen Vergiftungen durch Lebensmittel. Vor allem Welpen und junge Hunde sind sehr neugierig und von Dingen wie glitzerndem Lametta, Tannennadeln, Sprühschnee und Dekorationsartikeln fasziniert. Christbaumkugeln aus Plastik, Glas oder Metall enthalten schädliche Inhaltsstoffe, die bei Hunden Vergiftungen auslösen können. Zudem können Teile der Deko die Atemwege blockieren sowie den Magen und den Darm verschließen, was zu schmerzhaften Krämpfen, Durchfall, Erbrechen und Fieber führen kann. Tannennadeln enthalten ätherische Öle, was bei Hunden, die sie verschlucken, zu dauerhaften Schädigungen von Leber und Nieren führen kann. Sprühspray, was die Fenster weihnachtlich schmückt, kann selbst in kleinen Mengen für Hunde sehr gefährlich sein und für eine lebensbedrohliche Atemnot sorgen. Mehr Informationen welche Gefahren für Hunde in der Weihnachtszeit lauern, sind bei Fressnapf zu finden.

Kulinarisches Weihnachten auch für Hunde

Die meisten Hundebesitzer möchten ihren vierbeinigen Freunden zu Weihnachten auch kulinarisch eine Freude machen. Um Vergiftungen zu vermeiden, sollten spezielle Hundemenüs gekauft werden, die zu den Festtagen angeboten werden. Ein Ragout oder ein saftiges Geschnetzeltes, ein Potpourri aus verschiedenen Geflügelsorten oder auch zartes Rindfleisch sind echte Leckerbissen für den Hund zu Weihnachten. Auch Geflügelherzen oder Truthahn mit Kürbisstückchen, Huhn mit Reis oder Lamm und Kalbfleisch schmecken jedem Hund besonders gut. Junge Hunde und Welpen sollte man zur Weihnachtszeit immer im Auge behalten, und wenn der Verdacht besteht, dass der Hund vielleicht Lametta oder Teile der weihnachtlichen Deko verschluckt haben könnte, dann sollten Hundebesitzer nicht zögern, sondern mit dem Hund umgehend einen Tierarzt oder eine Tierklinik aufsuchen, die über die Feiertage Notdienst haben.

Bild: © Depositphotos.com / Thamkc

Über den Autor

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.