Im Herbst beginnt die Grippe- und Erkältungssaison. Viele Arbeitnehmer, die das erste Kratzen im Hals spüren, lassen sich nicht krankschreiben, sondern gehen zur Arbeit. Sie haben Angst, dass der Krankschreibung die Kündigung folgt. Wer für ein paar Tage krank ist, der muss keine Befürchtungen haben. Gefährlich ist es aber für alle, die mehrere Wochen im Jahr krankheitsbedingt nicht arbeiten können. Zu viele Krankheitstage können durchaus eine Kündigung zur Folge haben.
Wann darf der Chef kündigen?
Der Chef hat nicht das Recht, zu kündigen, wenn seine Mitarbeiter mehrere Tage im Jahr krank sind. Wichtig ist es jedoch, dass sich die Krankheitstage in einem vernünftigen Rahmen halten und dieser Rahmen beträgt sechs Wochen. Wer über das Jahr verteilt insgesamt sechs Wochen ausfällt, der sorgt für „betriebliche Beeinträchtigungen“ und das rechtfertigt eine Kündigung. Allerdings richtet sich nicht jede Firma nach diesen sechs Wochen. Es gibt Unternehmen, die kulant sind und andere, für die die sechs Wochen einen Kündigungsgrund darstellen.
Die Aussicht auf Besserung
Kündigen im Krankheitsfall ist nicht so einfach, wie es auf den ersten Blick vielleicht aussieht. So muss zum Beispiel absehbar sein, dass es auch zukünftig keine echte Besserung gibt. Wenn sich der Arbeitnehmer einen Arm bricht und länger als sechs Wochen benötigt, um wieder gesund zu werden, dann gibt es für den Arbeitgeber keinen Grund, dem Mitarbeiter zu kündigen. In diesem Fall haben beide Seiten einfach nur Pech gehabt. Wer jedoch ständig wegen grippalen Infekten oder anderen ansteckenden Krankheiten länger als sechs Wochen im Jahr zu Hause bleibt, dem droht die Kündigung. Alle, die häufig krank sind, haben eine eher schlechte Prognose für die Zukunft.
Die Beweislast liegt beim Arbeitnehmer
Ob es eine gute oder weniger gute Prognose gibt, das entscheidet immer der behandelnde Arzt. Gibt es trotz einer positiven Prognose die Kündigung, dann liegt die Beweislast beim Arbeitnehmer. Er hat die Möglichkeit, gegen diese Kündigung anzugehen und anhand der Bescheinigung seines Arztes zu beweisen, dass seine Krankheit eine gute Prognose hat. Ist das der Fall, dann muss der Arbeitgeber die Kündigung zurücknehmen. Auch hier ist es jedoch immer eine Einzelfallentscheidung und das Arbeitsgericht muss sehr genau abwägen.
Viele glauben immer noch, dass eine Krankheit die Kündigung unwirksam macht. Das ist leider ein Irrtum, denn ganz gleich, um welche Erkrankung es sich handelt, sie stellt keinen Schutz vor Kündigung dar.
Bild: @ depositphotos.com / photographyMK
Häufige Fragen
Kann ich gekündigt werden, wenn ich für ein paar Tage krank bin?
Nein, für kurzfristige Krankheitsausfälle müssen Sie keine Befürchtungen haben. Eine Kündigung ist in solchen Fällen nicht rechtens.
Wie viele Krankheitstage sind zu viel?
In der Regel gilt, dass mehr als sechs Wochen Krankheitsausfall im Jahr als betriebliche Beeinträchtigung angesehen werden können, was eine Kündigung rechtfertigen könnte.
Was passiert, wenn ich länger als sechs Wochen krank bin?
Wenn Sie aufgrund einer ernsthaften Erkrankung länger als sechs Wochen krank sind, hat der Arbeitgeber in der Regel keinen Kündigungsgrund.
Kann mein Arbeitgeber kündigen, wenn ich häufig krank bin?
Ja, häufige Krankheitsfälle können zu einer Kündigung führen, insbesondere wenn diese die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen.
Wie wird die Prognose für meine Krankheit bewertet?
Die Prognose wird in der Regel von Ihrem behandelnden Arzt erstellt, der beurteilt, ob eine Besserung absehbar ist.
Was kann ich tun, wenn ich wegen meiner Krankheit gekündigt werde?
Sie können gegen die Kündigung vorgehen und müssen nachweisen, dass Ihre Krankheit eine positive Prognose hat.
Gilt eine Krankheit als Kündigungsschutz?
Nein, eine Erkrankung schützt nicht automatisch vor einer Kündigung; dies ist ein häufiger Irrtum.
Wie entscheidet das Arbeitsgericht in solchen Fällen?
Das Arbeitsgericht wägt die Umstände des Einzelfalls ab und entscheidet, ob die Kündigung gerechtfertigt ist.
Was sind betriebliche Beeinträchtigungen?
Betriebliche Beeinträchtigungen entstehen, wenn häufige oder lange Krankheitsausfälle die Arbeitsabläufe im Unternehmen stören.
Sind alle Unternehmen gleich kulant bei Krankheit?
Nein, die Kulanz variiert von Unternehmen zu Unternehmen; einige sind strenger als andere.
- Ist ein künstlicher Weihnachtsbaum die bessere Wahl? - 10. Dezember 2025
- Parfum verschenken – so kann nichts schiefgehen - 10. Dezember 2025
- Sind Wärmepumpen die Heizung der Zukunft? - 3. Dezember 2025