Der Karawankentunnel – eine schnelle sichere Verbindung

Der Karawankentunnel – eine schnelle sichere Verbindung

Sommerzeit ist auch Reisezeit und in der Hitliste der beliebtesten Reiseländer in Europa steht Österreich auf einem der ersten Plätze. Ebenso weit vorne landen die Strände in Kroatien, Istrien und Dalmatien und alle Urlauber, die aus Deutschland an diesen schönen Stränden die Ferien verbringen wollen, die müssen durch Österreich fahren.

Noch vor 30 Jahren war es sehr beschwerlich über die Grenze von Österreich nach Slowenien und von dort aus weiter an die Adriaküste zu fahren, denn zwischen den beiden Ländern liegen die Karawanken, ein Teil der Kalkalpen, die die natürliche Grenze bilden. Mit dem Loiblpass und dem Wurzenpass stehen den Reisenden auch heute noch zwei Passstraßen zur Verfügung, die es aber nicht einfach machen, die Karawanken zu überwinden. Seit 1991 ist es jedoch deutlich einfacher geworden von Österreich nach Slowenien zu kommen, denn es gibt den Karawankentunnel.

Der Bau des Tunnels

Vor 1991 quälten sich Jahr für Jahr die Touristen, die ihren Urlaub im damaligen Jugoslawien verbringen wollten, über die Passstraßen der Alpen. Auch der Wurzenpass und der Loiblpass wurden in den Sommermonaten viel befahren, denn diese beiden Pässe waren die einzige Möglichkeit, die Karawanken zu überwinden, um von Österreich nach Slowenien zu kommen. Beide Passstraßen sind eng, sie sind sehr kurvig und sie haben viele Steigungen, die zum Teil bei 18 % liegen. Vor allem Autos mit einem Wohnwagenanhänger hatten ihre Probleme und wenn das Wetter es nicht mehr zuließ, dann konnte die Passstraße überhaupt nicht genutzt werden.

Eine Alternative bot der bereits bestehende Eisenbahntunnel durch die Karawanken, aber die meisten Urlauber wollten mit dem eigenen Wagen und vor allem aber mit dem Wohnwagen die Ferien in Kroatien oder in Istrien verbringen. Zwar gab es die Möglichkeit einen Autoreisezug zu nehmen, aber das war teuer und kam daher für viele nicht infrage.

Um dieses Problem zu bewältigen, entschlossen sich die Regierungen von Slowenien und Österreich einen Tunnel durch die Karawanken zu bauen. Die ersten Pläne entstanden schon im Jahre 1978, ab 1987 wurde dann gebaut. Eine Röhre mit einer Länge von 7.864 m wurde gebaut und 1991 für den Verkehr freigegeben. Die Bauarbeiten verliefen zum größten Teil zügig, nur der sogenannte zehn Tage Krieg sorgte für Turbulenzen, denn die slowenische Armee musste den Tunnel, der von der jugoslawischen Armee besetzt wurde, wieder befreien.

Der Karawankentunnel heute

Wer heute von Villach im österreichischen Bundesland Kärnten nach Ljubljana in Slowenien fahren will, der fährt durch den Karawankentunnel und spart auf diese Weise viel Zeit. Der Karawankentunnel hat zwar nur eine Röhre, es gibt also Gegenverkehr, aber durch ein strenges Tempolimit und diverse Sicherheitsmaßnahmen gilt der Tunnel durch die Karawanken als sehr sicher.

Allerdings kostet die Durchquerung der Kalkalpen eine Mautgebühr, die aktuell bei sieben Euro liegt, für PKWs und PKWs mit Anhängern mit nicht mehr als 3,5 Tonnen. Diese Gebühr ist eine sogenannte Sondermaut und die hat mit der normalen Maut, die für die österreichischen Autobahnen gezahlt werden muss, nicht zu tun. An den jeweiligen Portalen des Karawankentunnels befinden sich die Mauthäuschen, an denen die Gebühr entweder in Bar oder aber mit der Kreditkarte bezahlt wird. Wer öfter durch den Tunnel muss, der kann Geld sparen und eine Punktekarte kaufen, die 18 Monate gültig ist und auch auf andere übertragen werden kann. Jede Karte hat 800 Punkte und bei jeder Durchfahrt werden 55 Punkte von der Karte abgebucht.

Als einer der wenigen Straßentunnel in Europa hat der Karawankentunnel einen sogenannten Thermoscanner. Dabei handelt es sich um einen speziellen Scanner, der erkennt, ob die Bremsen von LKWs heißgelaufen sind. Ist das der Fall, dann wird dem entsprechenden LKW die Durchfahrt durch den Karawankentunnel nicht gestattet, da die Brandgefahr zu hoch ist.

Bild: © Depositphotos.com / snvv

M. Justus

M. Justus

Maik Justus wohnt mit seiner Familie in Bielefeld. Er beschäftigt sich überwiegend mit den Themen Gesundheit, Abnehmen, Fitness sowie Wellness. Sich selbst beschreibt er als sehr Ehrgeizig. Maik ist selbst überzeugter Gesundheitsfanatiker und Fitnessfreak. Maik ist Vater von 3 Kindern.
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