Rechtsanwälte – mehr als nur ein juristischer Beistand

Das Wort stammt aus der germanischen Sprache und lässt sich mit Fürsprecher übersetzen. Tatsächlich ist ein Rechtsanwalt oder ein Advokat, wie er in der Schweiz genannt wird, ein Fürsprecher für seinen Mandanten vor Gericht. Aber Anwälte sind nicht nur juristischer Beistand bei Streitigkeiten, sie sind auch Berater, Vermittler und nicht selten auch Mediator. Den Beruf des Rechtsanwalts gab es bereits in der Antike, wenn auch in einer etwas anderen Form. Heute muss in jeder, der vor Gericht geht, auch von einem Rechtsanwalt vertreten werden.

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Der Fürsprecher

Die ersten Rechtsanwälte gab es nachweislich im antiken Athen, wo es den Angeklagten vor Gericht gestattet war, einen Verwandten oder einen guten Freund mitzubringen, der für sie gesprochen hat. Schon damals ließen sich diese Fürsprecher in Rhetorik ausbilden, sie ließen sich die Reden schreiben, die sie vor dem Gericht halten wollten und trugen sie dann auswendig vor. Der Begriff Fürsprecher ist auch noch in Schriften aus dem Mittelalter zu finden und die Richter waren dazu verpflichtet, sich die Reden des Fürsprechers anzuhören. Im Unterschied zur Antike war der Fürsprecher im Mittelalter aber sehr wahrscheinlich schon ein Beruf, jedoch konnten sie nur dann bei Gericht gehört werden, wenn sie dem Gericht bekannt oder aber vermögend waren. Auch das Armenrecht war bereits bekannt, denn der Richter konnte den Fürsprecher beauftragen, einen mittellosen Klienten kostenfrei zu verteidigen. Ebenso bekannt waren die Schweigepflicht und das Verbot, keine anderen Interessen als die des eigenen Mandanten zu vertreten.

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Welche Aufgaben hat ein Rechtsanwalt?

Ein Rechtsanwalt in Stuttgart, aber auch ein Rechtsanwalt in Köln oder München ist im engeren Sinne noch heute ein Fürsprecher, jedoch ist sein Aufgabengebiet heute wesentlich komplexer. Ein Anwalt hat die Aufgabe, seinem Klienten zu dessen zu verhelfen und das geschieht entweder in einer beratenden oder in einer vertretenden Position. In seiner Tätigkeit als Berater erklärt der Anwalt seinen Mandanten die rechtliche Lange, er klärt sie über die Erfolgschancen auf und informiert sie über die Beweissicherung sowie über die Kosten, die anfallen können. Jeder hat das Recht, sich bei Gericht von einem Rechtsanwalt juristisch vertreten zu lassen. Handelt es sich um ein Verfahren vor einem Strafgericht oder um ein Bußgeldverfahren, dann wird aus dem Rechtsanwalt ein Verteidiger. In zivilen Prozessen, zum Beispiel vor einem Familien- oder einem Vormundschaftsgericht, ist er als Rechtsanwalt tätig.

Wie wird man Rechtsanwalt?

Wer sich für den spannenden und abwechslungsreichen Beruf eines Rechtsanwaltes interessiert, der muss zunächst Jura studieren, um und dann eine Befähigung zum Richter zu bekommen. Wenn das geschehen ist, dann ist die Ausbildung zum sogenannten Volljuristen abgeschlossen und der Rechtsanwalt kann eine Zulassung beantragen. Die Zulassung wird von der jeweiligen Rechtsanwaltskammer ausgestellt und wenn die Zulassung erteilt wird, dann sind Rechtsanwälte dazu verpflichtet, eine Berufshaftpflichtversicherung für Rechtsanwälte abzuschließen. Die Zulassung kann auch wieder entzogen werden, beispielsweise dann, wenn der Anwalt überschuldet ist oder wenn er grob gegen das Berufsrecht verstoßen hat. Anwälte üben einen freien Beruf aus, aber sie gehen keinem Gewerbe nach.

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Der Fachanwalt

Wie ein Arzt, so kann sich auch ein Rechtsanwalt für eine bestimmte Fachrichtung entscheiden. Um ein Fachanwalt zu werden, muss der Anwalt nachweisen können, dass er in einem bestimmten Rechtsgebiet sowohl über praktische als auch über theoretische Kenntnisse verfügt. Wenn das der Fall ist, dann erlaubt die zuständige Rechtsanwaltskammer das Führen des Titels Fachanwalt für Familienrecht oder Verkehrsrecht. Anwälte können sich auf das Steuerrecht spezialisieren oder nur im Strafrecht tätig sein, sie können Fachanwälte für Mietrecht oder für Medizinrecht werden, als Anwälte für Versicherungsrecht oder für Arbeitsrecht tätig sein. Für diejenigen, die einen rechtlichen Beistand bei einer Klage benötigen, wird es so einfacher, für sich den passenden Anwalt zu finden.

Bild: © Depositphotos.com / IuriiSokolov

Häufige Fragen

Was ist die Hauptaufgabe eines Rechtsanwalts?

Die Hauptaufgabe eines Rechtsanwalts ist es, seinen Mandanten rechtlich zu beraten und vor Gericht zu vertreten.

Wie wird man Rechtsanwalt in Deutschland?

Um Rechtsanwalt zu werden, muss man Jura studieren und die Befähigung zum Richter erwerben, bevor man eine Zulassung bei der Rechtsanwaltskammer beantragen kann.

Was bedeutet der Begriff 'Fürsprecher'?

Der Begriff 'Fürsprecher' bezeichnet einen Rechtsanwalt, der seinen Mandanten vor Gericht vertritt und für dessen Rechte eintritt.

Welche Rolle spielt ein Rechtsanwalt in zivilen Prozessen?

In zivilen Prozessen agiert der Rechtsanwalt als Berater und Vertreter, um die rechtlichen Interessen seines Mandanten zu wahren.

Welche Pflichten hat ein Rechtsanwalt gegenüber seinen Mandanten?

Ein Rechtsanwalt ist verpflichtet, die Interessen seines Mandanten zu vertreten, die Schweigepflicht zu wahren und über die Kosten und Erfolgschancen aufzuklären.

Kann ein Rechtsanwalt seine Zulassung verlieren?

Ja, die Zulassung eines Rechtsanwalts kann entzogen werden, beispielsweise bei groben Verstößen gegen das Berufsrecht oder bei Überschuldung.

Was ist die Bedeutung von Armenrecht im Kontext von Rechtsanwälten?

Das Armenrecht ermöglicht es, dass mittellose Klienten einen Rechtsanwalt kostenfrei beauftragen können, um ihre rechtlichen Interessen zu vertreten.

Welche Arten von Verfahren gibt es, in denen ein Rechtsanwalt tätig sein kann?

Ein Rechtsanwalt kann in zivilen Verfahren, Strafverfahren oder Bußgeldverfahren tätig sein, je nach Art des Rechtsstreits.

Wie hat sich die Rolle des Rechtsanwalts im Laufe der Geschichte verändert?

Die Rolle des Rechtsanwalts hat sich von einem einfachen Fürsprecher in der Antike zu einem komplexen Berater und Vertreter mit vielfältigen Aufgaben entwickelt.

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Ulrike Dietz