Laute Musik im Auto – das kann teuer werden

Laute Musik im Auto – das kann teuer werden

Fast jeder Autofahrer kennt das – man sitzt alleine im Wagen und kann die Lieblingsmusik endlich mal richtig schön laut hören. Viele nutzen die Gelegenheit, um mitzusingen, ohne dass der Beifahrer meckert oder ein Nachbar sich über den Lärm beschwert. Aber auch wer selbst keine Musik im Auto hört, wird vor allem in den Sommermonaten beschallt, wenn an der Ampel der Fahrer des Nachbarautos die Scheiben geöffnet und den Lautstärkeregler bis zum Anschlag aufgedreht hat. Wer ganze Straßenzüge mit hämmernden Bässen erfreut, der sollte auf der Hut sein, denn wenn die Polizei vorbeikommt, dann kann es schnell teuer werden.

Wie viel Musik im Auto ist erlaubt?

Gegen Musik im Auto ist im Grunde nichts einzuwenden, aber wie heißt es doch so schön bei Wilhelm Busch: „Musik wird als störend oft empfunden, wenn sie mit Geräusch verbunden.“ Wer Musik im Auto hören möchte, der sollte auf die Lautstärke achten, denn zu laute Musik im Auto kann das Hörvermögen stören, und wenn das passiert, dann gibt es im schlimmsten Fall ziemlichen Ärger mit der Autoversicherung. Alle, die ein Auto fahren, müssen nach dem Gesetz immer darauf achten, dass das „Gehör durch die Geräte nicht beeinträchtigt wird“. So steht es in Paragraph 23, Absatz 1 der Straßenverkehrsordnung. Mit Geräten meint der Gesetzgeber Headsets, Kopfhörer und vor allem auch Lautsprecher.

Der wichtigste Sinn

Neben dem Sehen ist das Hören der wichtigste Sinn beim Autofahren. Der Fahrer muss immer in der Lage sein, jede mögliche Situation in nur wenigen Sekunden richtig einzuschätzen, und das ist nicht mehr möglich, wenn zu laute Musik im Auto schallt. Rettungswagen, Polizei und Feuerwehr im Einsatz werden zunächst akustisch und dann erst optisch wahrgenommen. Laute Musik im Auto kann dafür sorgen, dass das Martinshorn nicht mehr gehört wird und der Autofahrer nicht rechtzeitig zur Seite fährt, um den Rettungswagen den nötigen Platz zu bieten. Auch wenn der Autofahrer, bedingt durch die laute Musik im Auto, nicht auf Hupen reagiert, dann gilt das als Gefährdung des Straßenverkehrs.

Gefahrenfalle Unfall

Laute Musik im Auto kann aber nicht nur einen Rettungseinsatz der Polizei oder der Feuerwehr gefährden, auch die Gefahr eines Unfalls ist groß, der zu spät oder sogar überhaupt nicht bemerkt wird, wenn die Musik durchs Auto dröhnt. Das Scheppern von Blech oder das Klirren von Glas wird leicht überhört, wenn die Musik im Auto richtig laut aufgedreht ist. Wer zum Beispiel beim Ausparken einen anderen Wagen beschädigt, das aber durch die laute Musik im Auto gar nicht mitbekommt und einfach weiterfährt, der begeht nach dem Gesetz Fahrerflucht. Es ist daher immer eine gute Idee, die Musik erst dann anzumachen, wenn man sich wieder auf der Straße befindet.

Wie teuer kann laute Musik im Auto werden?

Wie teuer das Bußgeld wird, wenn im Auto zu laute Musik gehört wird, dazu gibt es keine Richtwerte und auch keine Grenze in Bezug auf die Dezibelzahl. Es kommt immer darauf an, wie groß die Beeinträchtigung war und zu welcher reaktionsbedürftigen Situation es im Straßenverkehr gekommen ist. Eine grobe Orientierung ist jedoch die Zimmerlautstärke, wenn die Musik aber deutlich lauter ist und der Autofahrer von der Polizei gestoppt wird, dann werden zunächst nur zehn Euro an Bußgeld fällig. Wer bedingt durch die viel zu laute Musik die Durchfahrt von Rettungs- oder Polizeifahrzeugen behindert und keinen Platz macht, der muss mit einem Bußgeld von 20,- Euro rechnen. Erheblich teurer wird es, wenn der Autofahrer durch die Musik so stark abgelenkt wird, dass er einen Verkehrsunfall nicht mehr wahrnehmen oder nicht mehr rechtzeitig reagieren konnte. Dann drohen nicht nur ein hohes Bußgeld, sondern auch Punkte in der Verkehrssünderkartei oder sogar der Entzug des Führerscheins.

Bild: © Depositphotos.com / Syda_Productions

Über den Autor

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.