Die Vor- und Nachteile im Außendienst

Die Vor- und Nachteile im Außendienst

Außendienstmitarbeiter – das klingt immer ein bisschen nach Staubsauger- oder Versicherungsvertreter, die an der Haustür klingeln und etwas verkaufen wollen. Außendienst wird von vielen Menschen auch mit Drückerkolonnen, zwielichtigen Geschäftsmethoden und dubiosen Haustürgeschäften assoziiert, aber das ist natürlich nicht alles, was mit dem Begriff Außendienst in Verbindung gebracht wird. Im Außendienst zu arbeiten ist für viele ein Traum, denn sie verbinden mit dem Beruf eines Handelsvertreters den Traum von der Selbstständigkeit und die Möglichkeit, eine bekannte Marke oder einen renommierten Hersteller zu vertreten.

Ein ganz normaler Job

Die Jobs im Außendienst sind ganz normale Jobs, die in der Regel auf selbstständiger, aber auch auf angestellter Basis ausgeführt werden. Wer sich als Handelsvertreter nach Paragraf 84 HGB selbstständig macht, der verkauft im Namen und im Auftrag einer Firma deren Produkte direkt an den Endkunden. Der Handelsvertreter schließt dabei Kaufverträge ab und betreut für einen bestimmten Zeitraum ein ganz bestimmtes Gebiet, in dem seine Kunden wohnen. Die Bezahlung erfolgt in den meisten Fällen auf Provisionsbasis und damit bestimmt der Handelsvertreter im Grunde selbst, wie viel er verdient. Wenn die Geschäfte gut laufen, dann stimmt auch der Verdienst, und diese Art der Selbstbestimmung ist einer der Gründe, warum der Beruf eines Handelsvertreters so beliebt ist.

Welche Voraussetzungen sollte ein Handelsvertreter mitbringen?

Nach Paragraf 60 des HGB muss jeder, der im Außendienst selbstständig arbeitet, eine sogenannte Reisegewerbekarte haben, ansonsten gibt es keine anderen gesetzlichen Voraussetzungen für diesen Beruf. Aber natürlich sollte ein Außendienstmitarbeiter einige Kriterien erfüllen, wenn er erfolgreich arbeiten möchte. Er sollte zum Beispiel in der Lage sein, auf Menschen offen zuzugehen, aber auch relativ unempfindlich sein, wenn es um Zurückweisungen geht. Nicht jeder, der seine Haustür öffnet, ist auch ein begeisterter Kunde, vielfach schließen sich die Türen sofort wieder, wenn klar wird, dass ein Handelsvertreter auf der Matte steht. Dieses Desinteresse sollte ein Außendienstmitarbeiter nicht persönlich nehmen, das gehört zum Job einfach dazu.

Kann man den Beruf erlernen?

Wer Handelsvertreter werden möchte, der kann das ohne Ausbildung tun, denn eine klassische Lehre, wie sie für andere Berufe gefordert wird, gibt es in der Außendienstbranche nicht. Auch der Schulabschluss spielt keine Rolle, aber es gibt Firmen, die darauf achten, dass ihre Außendienstmitarbeiter eine gute Schulbildung oder sogar ein Studium haben. Wer schon einmal in der Branche gearbeitet hat, der ist immer im Vorteil, denn Mitarbeiter mit fundierten Kenntnissen sind immer gefragt.

Wie kann man sich bewerben?

Alle, die als Außendienstmitarbeiter Karriere machen möchten, sollten sich in der Branche sehr gut auskennen. Wer in der Materie zuhause ist, der kann zu einem erfolgreichen Verkäufer im Außendienst werden und später vielleicht sogar Bezirksvertreter werden und seinen Job vom Schreibtisch aus erledigen. Gute Handelsvertreter sind begehrt und wer sich nach einer neuen Herausforderung umschauen möchte, der kann das auf vielen Plattformen im Internet. Auf diesen Plattformen finden sich nicht nur viele attraktive Angebote, es gibt auch die Möglichkeit, selbst aktiv zu werden. Wer einen neuen Job sucht, der muss nur die Postleitzahl und den Radius angeben, in dem man gerne arbeiten möchte und bekommt dann passgenau die Jobangebote, die infrage kommen könnten.

Pro und Kontra

Wer sich für den Beruf des Handelsvertreters angestellt oder selbstständig interessiert, der sollte die Vor- und Nachteile ansehen und sich erst dann entscheiden, denn spontane Entscheidungen können schnell in einer Enttäuschung enden. Aber was spricht für und was gegen den Beruf?

Pro:

  • – Es wird keine Ausbildung verlangt
  • – Kostenlose Schulungen durch den Arbeitgeber
  • – Arbeitszeit kann frei eingeteilt werden

Contra:

  • – Unternehmerisches Risiko
  • – Gesundes Selbstbewusstsein
  • – Kein festes Gehalt

800.000 Menschen in Deutschland arbeiten im Außendienst und da es viele Jobangebote gibt, kann sich fast jeder den Traum vom selbstbestimmten Arbeiten erfüllen.

Bild: © Depositphotos.com / photography33

Über den Autor

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.