Kälteschutz im Winter – was hilft wirklich und was ist Mythos?

Kälteschutz im Winter – was hilft wirklich und was ist Mythos?

Hilft ein Becher würziger Glühwein gegen die winterliche Kälte? Wird tatsächlich die meiste Körperwärme über den Kopf abgegeben und hält Kleidung aus Baumwolle wirklich besser warm als Kleidung aus Wolle oder Kunstfasern? Über den Kälteschutz im Winter gibt es viele Mythen, aber welche dieser Aussagen stimmt? Ist es wahr, dass man krank wird, wenn man friert, und sind Frauen gegen Kälte empfindlicher als Männer? Auch hier gibt es klare Antworten, die mit dem Mythos über den Kälteschutz im Winter aufräumen.

Wenn es kalt ist, Mütze auf

„Draußen ist es kalt, setz die Mütze auf!“ Jeder kennt diesen Satz aus seiner Kindheit, denn die meisten Mütter waren und sind fest davon überzeugt, dass eine Mütze zum Kälteschutz im Winter einfach dazu gehört. Die Mütze soll den Körper vor Kälte schützen, denn die meiste Wärme geht schließlich über den Kopf verloren. Das stimmt aber leider nicht, denn es frieren zuerst die Körperteile, die am weitesten vom Rumpf entfernt sind. Das ist nicht der Kopf, sondern es sind die Füße, die Ohren, die Nase und die Hände. Warme Schuhe, Handschuhe und Ohrenschützer sind also deutlich sinnvoller als eine Mütze.

Kälteschutz im Winter – können heiße Getränke helfen?

Die Glühweinstände auf den Weihnachtsmärkten können sich über mangelnde Kundschaft nicht beklagen, denn ein Glühwein oder auch ein Eierpunsch gelten als perfekter Kälteschutz im Winter, denn diese Getränke können gleich zweifach punkten. Sowohl das heiße Getränk als auch der Alkohol weiten und entspannen die Blutgefäße und damit wird die natürliche Reaktion des Körpers einfach ausgehebelt. Die Füße und auch die Hände bleiben warm, weil sie besser durchblutet werden. Dauerhaft wird allerdings das Gegenteil erreicht, denn solange der Alkohol im Blut bleibt, sind die Gefäße erweitert und das, obwohl der Körper seine Temperatur schon wieder herunterfährt. Im schlimmsten Fall kann man trotz heißer alkoholischer Getränke sogar erfrieren.

Können Männer die Kälte besser ertragen als Frauen?

Frauen benötigen einen besseren Kälteschutz im Winter als Männer, denn sie frieren schneller. Das ist ausnahmsweise mal kein Mythos, das ist tatsächlich so. Männer haben mehr Muskelmasse, die dem Körper einen sehr guten Wärmeschutz bietet und zudem die Wärme auch speichern kann. Frauen haben dafür mehr Fett, das den Körper zwar optimal isoliert, aber damit kann der Effekt, den die Muskelmasse erzielt, nicht ausgeglichen werden. Zudem haben die Herren der Schöpfung eine dickere Haut, Frauen fehlt leider das schützende Unterfettgewebe.

Bekommt man eine Erkältung, wenn man friert?

Kälteschutz im Winter wird auch gerne im Zusammenhang mit einer Erkältung angeführt, denn das Wort Erkältung lässt vermuten, dass man krank wird, wenn man in der winterlichen Kälte friert. So einfach ist es aber nicht, denn um krank zu werden, müssen zunächst einmal Krankheitserreger wie Viren oder Bakterien in den Körper eindringen. Das passiert vor allem in den Wintermonaten, wenn die Mitmenschen ungeniert husten oder niesen. Was allerdings stimmt, das ist die Tatsache, dass das Immunsystem bei stetiger Kälte schneller geschwächt ist, was ihn dann anfälliger für Krankheitserreger aller Art macht. Wenn es kalt ist, fühlen sich Erkältungsviren besonders wohl und die Zellen in der Nase können die Eindringlinge schlechter bekämpfen. Das gilt auch für die sogenannten Rhinoviren, die für eine Erkältung zuständig sind.

Was hilft gegen Kälte?

Wer im Winter gesund bleiben will, der muss sich nur warm anziehen, am besten im Zwiebellook, bei dem mehrere Schichten Kleidung übereinander getragen werden. So entsteht zwischen den einzelnen Schichten eine Art Luftpolster, das den Körper zusätzlich schützt. Wenn man ins Warme kommt, dann wird eine Schicht abgelegt und man kommt nicht ins Schwitzen. Alle, die schnell schwitzen, sollten übrigens Baumwolle meiden, denn diese bleibt auf der Haut länger feucht und man kühlt viel schneller wieder aus.

Bild: © Depositphotos.com / Subbotina

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.
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