Dörfer, Fische und Sünden – verrückte Geldanlagen sind im Trend

Dörfer, Fische und Sünden – verrückte Geldanlagen sind im Trend

Aktien, Wald oder Windkraftanlagen gehören heute schon zu den klassischen Geldanlagen, für die sich viele entscheiden, um den niedrigen Zinsen zu entgehen. Aber nicht jeder kann sich mit diesen Klassikern anfreunden, und viele Anleger sind auf der Suche nach einer etwas anderen Geldanlage, die nicht jeder hat. Verrückte Geldanlagen sind im Trend und der Fantasie sind dabei kaum Grenzen gesetzt. Wer das nötige Kleingeld hat, der kann in edle Fische ebenso investieren wie auch in ein ganzes Dorf und sogar Sünden sind heute ein Anlageprodukt, das Rendite verspricht.

Warum nicht ein ganzes Dorf kaufen?

Immobilien kaufen ist eine beliebte Form, um Geld sicher anzulegen, wer aber gleich in ein ganzes Dorf investiert, der hat etwas ganz Besonderes. In England steht dieses ungewöhnliche Anlageprodukt und es trägt den Namen West Heslerton. Das Dörfchen im Norden der Insel steht für 20 Millionen Pfund zum Verkauf, nicht wirklich ein Schnäppchen, aber wer verrückte Geldanlagen sucht, der ist hier genau richtig. 40 Wohnhäuser hat West Heslerton, es gibt einen Pub, eine Tankstelle, Sportplätze und ein historisches Herrenhaus. 150 Jahre lang war das idyllische Dorf im Besitz der Familie Dawnay, aber als 2010 die letzte Besitzerin im Alter von 84 Jahren verstorben ist, entschieden sich die Erben für einen Verkauf.

Verrückte Geldanlagen – mit Fischen reich werden

Pferde können eine sehr gute Geldanlage sein, vor allem dann, wenn sie einen guten Stammbaum haben und für Nachkommen sorgen, mit denen sich später viel Geld verdienen lässt. Bei Fischen funktioniert dieses Geschäftsmodell auch. Wer Fische und verrückte Geldanlagen mag, der sollte seinen Blick auf Norwegen richten, denn dort gelten Makrelen, Forellen und vor allen Dingen Lachse schon seit einigen Jahren als ein gutes Investment. Interessenten können bei Marine Harvest, dem größten Fischzüchter investieren, der nicht nur Norwegen mit Fisch versorgt, sondern auch eine groß angelegte Kooperative mit McDonalds plant.

Mit Sünden Geld verdienen

Wie man mit Sünden Geld verdienen kann, das hat die katholische Kirche in der Vergangenheit eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Heute ist es ein findiger Mann aus Texas, der die Sünde und das Laster zu Geld macht, und wer hier investiert, kann sich auf eine sichere Geldanlage verlassen. Ganz gleich, ob Alkohol, Tabak oder Glücksspiel – alle diese Laster sind im sogenannten Vice Fund aufgelistet, was auf deutsch so viel wie Lasterfonds bedeutet. Der Fonds hält aktuell 40 Aktien, unter anderem von Kasinobetreibern aus Las Vegas, auch Tabakkonzerne wie Phillip Morris und die großen Brauereien wie Heineken sind dabei. Der Marktwert der Aktien liegt bei 114 Millionen Euro und als besonders rentabel haben sich in der Vergangenheit die Hersteller von Zigaretten erwiesen. Bei dieser Form der verrückten Geldanlagen gibt es allerdings einen Haken, die Fonds werden ausschließlich in Dollar bewertet und wenn der Dollar im Vergleich zum Euro schwach ist, dann verlieren die deutschen Anleger Geld.

Langfristig in den Knast investieren

Selbst wenn es sich vielleicht komisch anhört, aber wenn es um verrückte Geldanlagen geht, dann darf auch das Gefängnis nicht fehlen. Schon seit einiger Zeit haben Gefängnisse für Anleger einen gewissen Reiz, denn sie gelten als risikoarmes Investment. Wie die Lasterfonds, so stammt auch diese etwas exotische Form der Geldanlage aus den USA, denn dort steigt die Zahl der Inhaftierten jedes Jahr zwischen drei und fünf Prozent an. Nicht alle Gefängnisse gehören dem Staat und wer investieren will, der kann das in private Unternehmen, die zum Beispiel Betten oder sanitäre Anlage für Gefängnisse herstellen. Einige Unternehmen sind an der New Yorker Börse notiert und können sich über steigende Umsätze freuen. Wer beispielsweise 2006 eine Aktie für 1,26 Dollar bezahlt hat, der konnte sich schon zwei Jahre später über ein Plus von 20 % freuen.

Bild: © Depositphotos.com / aremafoto

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Über den Autor

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.