Gibt es 2030 nur noch E-Autos auf den Straßen?

Gibt es 2030 nur noch E-Autos auf den Straßen?

Fossile Brennstoffe sind out, es lebe die Elektromobilität. Wenn es nach den Grünen geht, dann werden ab 2030 nur noch E-Autos über Deutschlands Straßen rollen, Wagen, die mit Benzin oder Diesel fahren, werden verboten. Was die Grünen fordern, ist im Prinzip nicht schlecht, aber wie bei der etwas übereilten Energiewende, wird auch hier ein gravierender Fehler gemacht. Es soll etwas verboten werden, ohne dass es eine Alternative gibt. Die Alternative heißt bei den Grünen E-Auto, aber nur ein echter Idealist oder Optimist kann daran glauben, dass ein elektrisch angetriebenes Auto von heute auf morgen Autos mit Verbrennungsmotoren ablösen kann.

Kein Lärm und auch kein Dreck

Zum Pariser Autosalon 2030 soll es endlich so weit sein, in Deutschland werden keine Abgaswolken mehr über den Innenstädten hängen, keine Lunge wird mehr vom Feinstaub malträtiert und wer an einer viel befahrenen Straße wohnt, der kann dann bei offenem Fenster schlafen, ohne vom Lärm belästigt zu werden. So weit die Pläne der Grünen, die in 14 Jahren keine Benzin- und Dieselautos mehr sehen wollen. Natürlich weiß auch die Öko-Partei, dass diese Wunschträume kaum in die Tat umgesetzt werden können, denn schließlich ist die Autoindustrie und alles, was damit zusammenhängt, eine der wichtigsten Säulen des deutschen Wohlstands.

Der Staat soll es regeln

Bei den Grünen ist es Sitte zu glauben, dass der Staat alles regeln kann und auch alles regeln sollte, zum Beispiel, was wir essen, oder in welchem Auto wir fahren. Die Deutschen lassen den Staat aber nicht so gerne bestimmen und wenn es um das heiß geliebte Auto geht, dann erst recht nicht. Sie wollen keine Planwirtschaft, sondern immer eine gewisse Anlaufzeit, wenn es um etwas Neues geht, was das lieb gewonnene Alte ersetzen soll. Es wäre also sinnvoller, den Deutschen zuerst die Alternative schmackhaft zu machen, wie in dem Fall die E-Autos, und die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass sich jeder damit anfreunden kann. Ist das geschehen, dann kann man immer noch darüber sprechen, statt Benzin- und Dieselautos lieber E-Autos zu benutzen.

Die Autobauer müssen umdenken

Rein theoretisch könnten auf Deutschlands Straßen schon sehr viele elektrisch betriebene Autos rollen. Aber noch ist die Industrie nicht bereit, auf die satten Gewinne zu verzichten, die mit Autos mit einem Verbrennungsmotor eingefahren werden. Die Autohersteller können die Zukunft nicht aufhalten, denn auch die immer schärferen Vorgaben der EU zwingen die Autoindustrie dazu, Elektroautos auf die Straße zu bringen. Es sind jedoch nicht nur die Autobauer, die sich etwas einfallen lassen müssen, auch die Infrastruktur muss geändert werden, wenn der Plan der Grünen in die Tat umgesetzt werden soll.

Wo sollen die E-Autos „betankt“ werden?

Es ist wahrscheinlich für BMW, VW oder auch Mercedes kein allzu großes Problem, bis zum Jahr 2030 E-Autos zu bauen, mit denen man mehr als 100 km fahren kann. Selbst wenn VW bis 2025 ein Viertel seiner Autos mit einem elektrischen Antrieb ausliefern will, es fehlt an „Tankstellen“, sprich Ladestationen. In den kommenden 14 Jahren müsste ein flächendeckendes Netz aus Ladestationen aus dem Boden gestampft werden, denn wo sollen die Autofahrer sonst „tanken“? Die Grünen haben offensichtlich vergessen, dass ein E-Auto kein Spielzeug, sondern für sehr viele Deutsche lebensnotwendig ist, um zum Beispiel mit dem Auto zur Arbeit zu fahren. Nicht jeder ist der Großstadt zu Hause, wo Bus und U-Bahn vor der Haustür halten.

Wenn es um die fehlenden Ladestationen geht, dann hat auch die EU tolle Ideen, denn in Brüssel entsteht gerade der Plan, dass alle Häuser, die ab 2023 neu gebaut oder saniert werden, eine Ladestation für E-Autos haben müssen. Das heißt, wer in 17 Jahren bauen will, der muss eine Ladestation einbauen, und das für 75.000 Euro.

Bild: © Depositphotos.com / gilmanshin

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.
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